Wildobst – Wilde Früchte zum Naschen
Wildobst – Wilde Früchte zum Naschen
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Es gibt Obstgehölze, die fast von allein wachsen, wunderschön blühen, Vögel und Insekten versorgen und dabei auch noch leckere Früchte liefern. Warum kennt die eigentlich kaum jemand?
- Das frage ich mich ehrlich gesagt auch.
- Wildobst gehört für mich zu den am meisten unterschätzten Pflanzen überhaupt.
Was ist Wildobst?
- Sammelbegriff für wilde oder naturnahe Obstgehölze.
- Meist Sträucher oder kleine Bäume.
- Liefern essbare Früchte.
- Gleichzeitig wichtige Nahrung für Insekten und Vögel.
- Oft heimische Arten oder seit langer Zeit eingebürgerte Gehölze.
- Das Geniale: Man verbindet den eigenen Naschgarten direkt mit aktivem Naturschutz.
Ist das besser als „normales“ Obst?
- Kann man so nicht sagen.
- Wildobst ist robust, langlebig und pflegeleicht.
- Viele Arten kommen mit Trockenheit und Frost gut zurecht.
- Oft deutlich weniger krankheitsanfällig als klassisches Obst.
- Früher waren viele Arten selbstverständlich, heute geraten sie etwas in Vergessenheit.
- Ideal für Anfänger, die nicht ständig schneiden, spritzen oder pflegen möchten.
- Aber auch weniger Ernte, z.T. gewöhnungsbedürftiger Geschmack.
5 Wildobst-Favoriten für den Garten
Kornelkirsche (Cornus mas)
- Der Frühaufsteher.
- Wächst als großer Strauch oder kleiner Baum, 3 bis 8 m hoch
- Leuchtend gelbe Blüten schon im Februar oder März.
- Eine der ersten Nahrungsquellen für Wildbienen; wichtige Pollen- und Nektarpflanze
- Rote, süßsäuerliche Früchte für Marmelade, Gelee oder Saft. Es gibt inzwischen sogar Sorten mit extra großen Früchten.
- Kann über 100 Jahre alt werden.
Felsenbirne (Amelanchier)
- Das Multitalent
- Wunderschöne weiße Blüten im April und Mai, wie Schneeflocken. Insektennahrung!
- Süße, blauviolette Früchte mit leichtem Marzipan-Aroma im Juni und Juli. Beliebtes Futter
- Sehr unkompliziert.
- Wächst malerisch 2 bis 6 m hoch, je nach Art und Sorte.
- Geeignet zum Naschen direkt vom Strauch, Kompott, Zutat für Smoothies.
- Schmecken auch lecker genug fürs Müsli
- Getrocknete Felsenbirnen wurden früher teilweise wie Rosinen verwendet.
- Die Kupfer-Felsenbirne, eine spezielle Art, hat eine leuchtende Herbstfärbung
Holunder (Sambucus nigra), Hollder, Fliederbeerenbusch
- Der Vielseitige – 2 Erntezeiten!
- Wächst schnell, als Großstrauch oder kleiner Baum, 3 bis 7 (über 10) m
- Blüten (Mai bis Juni) für Sirup.
- Früchte (August bis September) für Saft, Gelee oder Mus. Nicht roh essen – cyanogene Glykosid Sambunigrin verursacht Übelkeit, Erbrechen, Durchfall.
- Sehr wertvoll für Vögel (mehr als 60 Arten!) und Insekten.
- Fun Fact: Früher glaubten die Menschen, dass im Holunder gute Hausgeister wohnen. Deshalb wurde ein Holunderstrauch oft direkt neben dem Haus gepflanzt und besonders respektvoll behandelt.
Schlehe (Prunus spinosa), Schwarzdorn
- Die dornige Wilde.
- Heimische Heckenpflanze mit dichten, dornigen Zweigen; Pioniergehölz.
- Schützt Vögel vor Katzen und anderen Räubern.
- Liefert sehr viele Blüten (März bis April)
- Extrem wertvoll für Insekten.
- Nahrungspflanze für über 130 Schmetterlingsraupen – besser als Brennnessel.
- Herbe Früchte (September bis November) mit hohem Gerbstoffgehalt, werden nach Frost deutlich süßer.
- Geeignet für Gelee, Saft, Likör (Sloe Gin), Sirup.
- Winterfutter für Vögel.
- Wächst als stark verzweigter Großstrauch, 2 bis 5 m
- Nichts für kleine Gärten – die Dornen sind echt brutal!
Hagebutte (Wildrose, zB Rosa canina, Hundsrose)
- Die Fruchtige.
- Wächst als Strauch, 2 bis 4 m hoch.
- Schöne Blüten für Bestäuber, hervorragender Pollenlieferant (Mai bis Juli).
- Stacheln bieten Vögeln Schutz
- Vitamin-C-reiche Früchte (ab September), 20x mehr Vitamin C als Zitronen
- Winterfutter für Vögel.
- Pflegeleicht und robust.
- Hagebutte ist keine Pflanze, sondern die Frucht verschiedener Wildrosen-Arten (sehen unterschiedlich aus).
- Geeignet für Tee, Fruchtaufstriche (Hiffenmark), Suppe
- Und natürlich: Juckpulver. „Kerne“ beim Verarbeiten sorgfältig entfernen. Handschuhe tragen und Auskratzen oder kochend passieren.
Kann ein einziger Strauch wirklich gleichzeitig Vogelrestaurant, Insektenweide und Naschhecke sein?
- Ja! Viele Wildobstarten sind wahre Tiermagneten.
- Manche Gärtner pflanzen bewusst für die Natur.
- Vögel und Insekten finden Nahrung, wenn andere Quellen knapp sind.
- Die Tiere danken es mit natürlicher Schädlingsbekämpfung im Garten.
Und was ist mit der Maulbeere – gehört die eigentlich dazu?
- Sehr spannende Wildobstart.
- Ursprünglich nicht heimisch.
- Stammt je nach Art aus Asien oder Nordamerika.
- Seit Jahrhunderten in Deutschland kultiviert.
- Früchte schmecken süß und erinnern an Brombeeren.
- Alte Maulbeerbäume können beeindruckend groß werden.Fun Fact: Maulbeerbäume wurden früher gepflanzt, um Seidenraupen zu füttern.
Wie und wo pflanze ich Wildobst am besten?
- Am besten im Herbst (Oktober/November) oder im zeitigen Frühjahr.
- Die meisten Arten mögen Sonne bis Halbschatten.
- Ideal als Hecke oder lockere Gehölzgruppe.
- Auch Einzelstellung möglich.
- Beim Pflanzen hilft eine gute Bodenvorbereitung mit Kompost oder einem Bodenverbesserer wie Terra Preta BodenVerbesserer, damit die Gehölze gut einwurzeln.
- Humoser Boden fördert das Wachstum. Also gern NeudoHum PflanzErde ins Pflanzloch geben.
- Nach dem Anwachsen kommen viele Arten mit Trockenheit gut zurecht.
Welche Fehler machen Anfänger häufig?
- Zu wenig Platz einplanen.
- Früchte zu früh ernten.
- Zu stark schneiden.
- Zu wenige verschiedene Arten pflanzen.
Zu wenig Arten?
- Je mehr verschiedene Arten blühen und Früchte tragen, desto länger finden Vögel und Insekten Nahrung.
Wenn ich nur Platz für einen einzigen Wildobststrauch habe – welcher wäre die beste Wahl?
- Holunder
- Blüten und Früchte nutzbar.
- Sehr wertvoll für Vögel.
- Schnell wachsend.
- Robust.
- Alternative: Kornelkirsche
- Frühblüher.
- Sehr langlebig.
- Schöne Früchte.
- Wertvoll für Insekten.
3 Tipps
- Fang mit einer Felsenbirne oder Kornelkirsche an.
- Vergiss die Pflege, sobald das Wildobst eingewurzelt ist.
- Lass die letzten Früchte für die Vögel hängen.
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