Vertikutieren - ach so!
Vertikutieren – ach so!
Mehr Infos zum naturgemäßen Gärtnern gibt es unter www.neudorff.de
Und eine direkte Nachricht könnt Ihr gern senden an s.klingelhoefer@neudorff.de
Angenommen ich will meinen Rasen vertikutieren: Was passiert da überhaupt?
- Grasnarbe wird mit scharfen Messern angeritzt, um Moos, Unkraut und Rasenfilz zu entfernen
- Kommt aus dem Englischen: „vertical“ und „cut“ = senkrecht schneiden = vertikutieren
Braucht man dafür ein spezielles Gerät?
- Ja, das Gerät heißt – wenig überraschend – Vertikutierer.
- Gibt handbetriebene Modelle, die aussehen wie ein Rechen mit scharfen Zinken
- anstrengend, aber für kleine Rasenflächen in Ordnung
- Für größere Flächen besser motorbetriebene Vertikutierer
- Sieht aus wie Rasenmäher mit einer Walze und flexiblen Messern
- Teuer und steht viel rum. Kann man ausleihen im Baumarkt – oder beim Nachbarn
Wie vertikutiert man richtig?
Idealer Zeitpunkt frühestens im Mai, so zwei Wochen nach der Frühjahrsdüngung
Also nicht anstecken lassen, wenn der Nachbar schon im März loslegt
Rasen sollte sich vom Winter erholt und mit Wachstum begonnen haben
Boden darf nicht zu nass oder staubtrocken sein.
Zuerst den Rasen kurz mähen und das Schnittgut entfernen
Dann mit dem Vertikutierer gleichmäßig einmal längs und einmal quer über den Rasen gehen
Den Boden nur leicht anritzen – etwa 2-3 mm tief. Es ist KEINE Bodenbearbeitun
Zu tiefe Schnitte beschädigen die Graswurzeln
Anschließend den gelockerten Filz und das Moos gründlich entfernen, sonst entsteht gleich wieder Rasenfilz
Wie pflegt man den Rasen nach dem Vertikutieren?
- Der Rasen sieht nach dem Vertikutieren meistens ziemlich mitgenommen aus
- TerraVital RasenSanierer hilft, Lücken zu schließen.
- Spezialmischung mit Rasensamen, Neudorff Terra Preta Bodenverbesserer und organischem Dünger
- Speziell zum Ausbessern größerer Lücken nach dem Vertikutieren
- Passt zu jedem Rasen
- Und natürlich weiter düngen im gewohnten Rhythmus.
Wann und wie oft sollte man seinen Rasen düngen?
Zwei- bis dreimal im Jahr düngen
Wie empfehlen auf jeden Fall einmal im Frühjahr (März/April) mit organischem Dünger Azet RasenDünger zu düngen
Und einmal im Herbst (bis Ende Oktober) mit Azet HerbstRasenDünger
Bei viel Unkraut und für perfekt gepflegten Rasen empfehlen wir eine weiter Düngung im Mai/Juni mit Azet RasenDünger
Da sind wir bei einem guten Punkt. Bevor du mit dem Vertikutieren loslegst: Schau erst mal nach, ob dein Rasen wirklich ein Vertikutier-Problem hat. Vielleicht ist ein guter, organischer Dünger die bessere Lösung. Oder es liegt an etwas ganz andere
Die eigentliche Frage ist doch: Warum ist dein Rasen in einem Zustand, der Vertikutieren nötig macht?
Muss ich denn gar nicht jedes Jahr vertikutieren?
- DANKE für diese Frage. Die Antwort lautet NEIN
- Ist nur nötig bei viel zu viel Moos, Unkraut oder Rasenfilz. Und bei diesen Problemen kann man besser die Ursache behandeln, dann erledigt sich das Vertikutieren von selbst.
Woher kommen denn Moos, Unkraut und Rasenfilz?
- Rasenfilz entsteht so:
- Beim Mähen bleiben meistens kleine Grasstücke zurück, die sich nicht immer vollständig zersetzen – vor allem, wenn das Bodenleben nicht aktiv genug ist.
- Reste verfilzen (= Rasenfilz), speichern Wasser und Nährstoffe, die den Graswurzeln dann fehlen.
- Ergebnis: Schwache Rasengräser und noch mehr Platz für Unkraut und Moos.
- Unkraut breitet sich vor allem aus, wenn ich den Rasen nicht oder zu wenig dünge, oder mit dem falschen Dünger
Was hilft dagegen?
- Vertikutieren hilft nicht dauerhaft und mineralische Dünger auch nicht.
- Mineralische Dünger machen mit ihren Salzen den Mikroorganismen das Leben schwer.
- Lösung: Biologische Aktivität im Boden fördern, damit Mikroorganismen die Pflanzenreste zu Humus zersetzen.
- Regelmäßiges Düngen mit organischem Dünger wie dem Azet RasenDünger fördert das Bodenleben und hilft, dass erst gar kein Rasenfilz entsteht.
- Rasengräser werden stark und können dann auch mit Moos und Unkraut konkurrieren.
Ist das immer die Lösung?
- Nein, saurer Boden behindert auch das Wachstum der Rasengräser und fördert gleichzeitig Moos.
- Lösung: pH-Test machen (Neudorff PH-Bodentest), um herauszufinden, ob der Boden kalkbedürftig ist, ggf. Azet Rasenkalk ausbringen
- Kann auch an zu schattiger Lage liegen
- Rasengräser brauchen viel Sonnenlicht
- Im Schatten langsames Wachstum
- Begünstigt Lückenbildung
- Moos und besser angepasstes Unkraut kann sich ausbreiten
- Selbst Schattenrasen eignet sich nur für lichten Schatten!
- Besser Stauden pflanzen
- Oder an zu kurzem Mähen in der Wachstumszeit
- Macht Boden anfälliger für Trockenheit
- Trockener Boden schwächt Wurzeln und beeinträchtigt Wachstum
- Trockenheitsverträgliches Unkraut breitet sich aus
- Zudem: Gras verzweigt sich nicht (erst ab ca. 4 cm)
Hängt das auch vom Boden ab?
- Auf jeden Fall!
- Auf schweren Böden (feucht knetbar, trocken fast wie Beton) fließt Wasser schlecht ab
- Boden verdichtet sich leicht und es kommt zu Staunässe
- Erschwert Wurzelwachstum der Graswurzeln
- verhindert Nährstoffaufnahme
- schwächt Rasen
- Moos und besser angepasstes Unkraut (z.B Kriechender Hahnenfuß, Gundermann oder Sauerampfer) kann sich ausbreiten**
- Ursache: Es fehlt Humus
- Abhilfe: jährlich Neudorff Terra Preta BodenVerbesserer ausbringen
Stimmt also auch der Mythos nicht, dass Vertikutieren den Boden belüftet?
- Vertikutieren entfernt zwar Filz, aber es belüftet den Boden nicht.
- Dafür gibt es eine spezielle Maßnahme: das Lüften oder Aerifizieren.
Wann und wo sollte man den Boden lüften?
- Lohnt sich immer dort, wo nach Regen Pfützen stehen bleiben
- Mit einer Grabegabel oder einem speziellen Rasenlüfter den Oberboden ca. 10 cm tief durchlöchern
- Anschließend besanden mit gewaschenem Quarzsand
3 Tipps:
- Nur vertikutieren, wenn viel Moos, Unkraut oder Rasenfilz vorhanden sind
- Boden lediglich 2-3 mm anritzen
- Regelmäßig düngen und Bodenleben fördern, ist besser als Vertikutieren!
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