Einfach natürlich Gärtnern

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Kürbis - Gemüse für Anfänger

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Kürbis – Gemüse für Anfänger

Mehr Infos zum naturgemäßen Gärtnern gibt es unter www.neudorff.de

Und eine direkte Nachricht könnt Ihr gern senden an s.klingelhoefer@neudorff.de

Man sagt ja, man kann dem Kürbis beim Wachsen zusehen. Stimmt das eigentlich, oder ist das Anglerlatein für Gärtner?

  • Absolut kein Latein!
  • In der Hochsaison schaffen die Triebe mehrere Zentimeter pro Nacht.
  • Pure Magie: Man pflanzt einen kleinen Kern und zwei Monate später ist der halbe Garten „erobert“.
  • Weitere Vorteile:
  • Beschatten mit ihren riesigen Blättern den Boden,
  • Unterdrücken Unkraut,
  • Liefern Ernte, die man mit beiden Händen tragen muss.

Die Qual der Wahl: Es gibt doch so viele Sorten - welche Sorte passt zu mir?

  • Hokkaido ist toll, weil man die Schale mitessen kann.
  • Aber wer den nächsten Level will, probiert eine der ca. 800 anderen Sorten.
  • Spaghettikürbis: Fruchtfleisch zerfällt beim Kochen in lange Fasern – quasi die gesunde Low-Carb-Pasta direkt aus der Natur.
  • Muskatkürbis (z.B. 'Musquee de Provence'): schmeckt fantastisch, braucht aber viel Platz und Wärme.
  • Bischofsmütze: festes Fleisch, süßlich-nussig; sehr harte Schale, die perfekte essbare Suppenschüssel.

Es gibt ja Meldungen, dass Kürbisse bitter werden können – was hat es damit auf sich?

  • Nur Saatgut aus dem Handel nehmen! Ausschließlich Speisekürbisse essen!
  • Zierkürbisse enthalten giftige Bitterstoffe (Cucurbitacine), die lebensgefährlich sein können.
  • Wenn Speisekürbisse bitter schmecken: Sofort weg damit!

Warum soll man keine Samen selbst nachziehen?

  • Zierkürbisse enthalten von Natur aus Cucurbitacine. Das sind bittere Giftstoffe, die die Pflanze vor Fraßfeinden schützen. Bei unseren Speisekürbissen wurden diese Stoffe mühsam herausgezüchtet.
  • Das Problem: Wenn sich ein Speisekürbis mit einem Zierkürbis kreuzt, schlagen in der nächsten Generation (also aus deinen gesammelten Samen) oft die Gene des Zierkürbisses wieder durch. Du ziehst dir also quasi eine „Gift-Bombe“ heran, die äußerlich wie ein normaler Kürbis aussieht.
  • Kürbisse sind extrem kreuzungsfreudig. Es reicht, wenn du einen Speisekürbis im Garten hast und irgendein Nachbar hat Zierkürbis-Sorten zur Deko. Bienen fliegen munter hin und her.
  • Die Goldene Regel: Auch wenn es schwerfällt: Kauf jedes Jahr frisches, zertifiziertes Saatgut. Das Risiko einer Vergiftung ist den gesparten Euro nicht wert. Und wie gesagt: Sobald eine Frucht – egal ob Kürbis oder Zucchini – bitter schmeckt: Nicht schlucken, sofort ausspucken und die ganze Mahlzeit entsorgen! Kochen zerstört das Gift leider nicht.

Die Kinderstube: Wann geht’s los?

  • Nicht zu früh aussäen, sonst werden die Jungpflanzen lang, dünn und schwach.
  • Vorziehen ab April bei 18-20°C oder ab Mai Samen direkt draußen in die Erde stecken.
  • Profi-Trick: Kürbisse hassen es, wenn ihre Wurzeln gestört werden. Deshalb gleich größere Töpfe für die Anzucht benutzen.
  • Ab Mitte Mai, nach den Eisheiligen, können sie dann raus.
  • Standort: sonnig und windgeschützt. Gern in der Nähe des Komposts.
  • Boden: humusreich, gleichmäßig feucht.
  • An Schnecken-Schutz denken (Ferramol Schneckenkorn); Jungpflanzen sind sehr gefährdet.

Wie Teenager im Wachstum: Der Hunger der Riesen

  • Kürbisse sind Starkzehrer, brauchen richtig viel Power aus dem Boden.
  • Pflanzloch mit NeudoHum Tomaten- & GemüseErde vorbereiten.
  • Die ist torffrei und bietet genau die Nährstoffe, die ein Kürbis für den Start braucht.
  • Hoher Platzbedarf: pro Pflanze 1 bis 2 Quadratmeter!
  • Kürbis kann man auch im Sack anbauen – einfach NeudoHum Tomaten- & GemüseErde als Grow-Bag benutzen.

Kürbisse als Kletterkünstler & der „BH“-Trick

  • Kürbisse haben kleine Greifarme, die Ranken.
  • Klettern liebend gerne an Zäunen oder sogar auf das Dach eines Gartenhauses.
  • Problem: Wenn der Kürbis in der Luft hängt, wird er irgendwann zu schwer für seinen Stiel.
  • Lösung: der „BH“-Trick: ein Netz bauen (z.B. aus alten Nylonstrümpfen oder Gemüsenetzen), das am Zaun befestigt wird.
  • So liegt die Frucht sicher wie in einer Hängematte oder eben einem BH.

Dos und Don’ts: die richtige Pflege:

  • Gießen: Hoher Wasserbedarf – besonders sobald sich Früchte bilden.

  • Immer direkt am Fuß der Pflanze gießen. Stock kann bei Orientierung im Blätterwirrwarr helfen.

  • Staunässe vermeiden.

  • Niemals über die Blätter duschen > eine Einladung für Pilzkrankheiten.

  • Tipp: Mulchschicht schützt Boden vor dem Austrocknen.

  • Düngen: Azet TomatenDünger.

  • Enthält viel Kalium, was die Früchte fest und haltbar macht.

  • 50 g gleich ins Pflanzloch, noch mal im Juni, und im August

  • Sonstige Pflege. Kürbistriebe im Kreis legen, um Platz zu sparen.

  • Ranken nach Fruchtansatz einkürzen, damit mehr Kraft in die Kürbisse geht.

  • Tipp für feuchte Tage: Brett oder Stroh unter die Früchte legen, damit sie nicht direkt auf der nassen Erde liegen und vielleicht faulen.

Sprechstunde: Blattläuse und das Mehltau-Duo

  • Echter Mehltau „Schönwetterpilz“

  • Weißer Belag auf Kürbisblättern, wie Mehlstaub auf der Blattoberseite, abwischbar.

  • Liebt warme Tage und kühle Nächte mit Tau.

  • Dagegen hilft Armisan PilzFrei

  • Falscher Mehltau „Schlechtwetterpilz“ – dagegen haben wir leider nix

  • Oft zuerst gelbliche, eckige Flecken auf der Blattoberseite

  • Grauvioletter Pilzrasen auf der Blattunterseite. Blatt auch mal umdrehen!

  • Dringt tief ins Gewebe ein, nicht abwischbar.

  • Kommt bei nasskaltem Wetter.

  • Bei beiden Mehltau-Arten sterben die Blätter. Das schwächt den Kürbis.

  • Befallene Blätter entfernen und im Hausmüll entsorgen.

  • Vorsorge: Pflanzen mit Neudorff BioKraft Grundstoff Schachtelhalm stärken.

  • Enthaltene Kieselsäure macht die Zellwände so hart, dass der Pilz kaum eine Chance hat, einzudringen.

  • Blattläuse:

  • Meist an den Triebspitzen.

  • Oft hilft schon ein gezielter Wasserstrahl.

  • Nützlinge wie Marienkäfer fördern.

  • Sonst Neudosan, mit Kali-Seife

Wann ist Erntezeit?

  • Klopftest: Wenn es hohl klingt, ist der Kürbis reif.
  • Stiel muss trocken, hart und fast schon wie Kork aussehen.
  • Farbe vollständig ausgebildet, pralle Oberfläche.

Wie ernten?

  • Mit einem scharfen Messer Kürbis mit einem Stück Stiel abschneiden.
  • Unbedingt noch vor dem ersten Frost ernten.
  • Den Kürbis niemals am Stiel tragen. Wenn er abbricht, kommen Bakterien rein und der Kürbis fault im Lager weg.
  • Haltbarkeit im kühlen Keller (ca. 10-15 Grad): bis zu drei Monate.

Milpa – Teamwork im Beet

  • Für alle, die ein bisschen mehr experimentieren wollen: Kürbis im Milpa-Kultur („Drei Schwestern“) anbauen.
  • Geniale Wohngemeinschaft aus Mais, Stangenbohnen und Kürbis.
  • Rollenverteilung:
  • Mais als natürliche Kletterstange.
  • Bohnen ranken am Mais hoch und liefern – wie ein eingebautes Kraftwerk –Stickstoff in den Boden.
  • Kürbis macht sich unten breit, beschattet mit seinen riesigen Blättern die Erde und hält sie feucht und unkrautfrei.
  • Profikniff für den Erfolg:
  • Mais braucht Vorsprung. Ab Anfang April geschützt vorgeziehen.
  • Bohnen dürfen nicht zu wüchsig sein, damit sie den Mais nicht erdrosseln.
  • Wenn man das richtig macht, hat man auf kleinstem Raum ein perfektes Ökosystem.

3 Tipps

  • Nicht zu früh starten.
  • Viel Platz und viel Futter
  • Blatt-Check: Auf Mehltau achten und frühzeitig stärken

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Über diesen Podcast

Hier geht es um das praktische und einfache Gärtnern mit der Natur für Gartenanfänger und auch für Fortgeschrittene. Im Gespräch stellen wir einfache Möglichkeiten vor, wie man selbst kompostieren kann, oder wie man am einfachsten ein eigenes Gemüsebeet anlegt. Schritt für Schritt, mit vielen Tipps und Tricks.
Das Gärtnern mit der Natur steht dabei im Vordergrund: wie nutze ich die Kräfte der Natur, wie fördere ich die biologische Vielfalt im Garten, und wie gelingt es, vitale, gesunde Pflanzen zu bekommen, und leckeres Gemüse und Obst selbst anzubauen. Wir möchten Mut machen, einfach mal anzufangen mit dem Gärtnern - es ist gar nicht so schwer, und macht einfach Spaß!

von und mit W. Neudorff GmbH KG

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