Herbstputz im Garten - oder nicht?
Herbstputz im Garten – oder nicht?
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Und eine direkte Nachricht könnt Ihr gern senden an sabine.klingelhoefer@neudorff.com
Welche Arbeiten stehen im Herbst im Garten an?
- Viele denken: Jetzt muss der Garten „winterfest“ und ordentlich gemacht werden.
- Also Laub weg, Stauden abschneiden, Beete blank räumen.
- Aber - Weniger ist mehr. Vieles, was unordentlich aussieht, hat noch einen Job.
- Der Garten muss vor dem Winter nicht aussehen wie frisch gesaugt.
Warum ist ein bisschen Unordnung sogar gut?
- Laub schützt den Boden.
- Abgestorbene Pflanzenteile bieten Tieren Verstecke und Winterquartiere.
- Samenstände liefern Vögeln Nahrung.
- Pflanzenreste werden nach und nach zu Humus zersetzt und kommen dem Boden wieder zugute.
- Laub- und Reisighaufen auch für Igel interessant.
- Mögliche Winterquartiere deshalb nicht mitten im Winter auseinandernehmen.
- Nicht jedes Blatt aus der letzten Ecke herauspusten.
- Viele Gartenbereiche dürfen einfach in Ruhe gelassen werden.
Zum Klassiker: Wo muss Laub weg und wo darf es bleiben?
- Laub muss weg von den Blättern von immergrünen Pflanzen (Licht), Wegen und Treppen (Rutschgefahr).
- Unbedingt auch vom Rasen runter, sonst fehlt den Gräsern Licht und Luft.
- Super-praktisch, wer einen Rasenmäher mit Auffangkorb hat: Laub mit dem Rasenschnitt zusammen im Korb fangen, das zersetzt sich im Kompost sehr gut, oder auch auf den Beeten
- Laub muss nicht in die Tonne.
- Kann auf Staudenbeete oder unter Gehölze.
- Mulch hält Feuchtigkeit im Boden und schützt vor Verschlämmung und Erosion.
- Gesundes Laub kann auch in Maßen auf den Kompost.
Kann ich im Herbst wirklich einfach alles auf die Beete werfen und damit mulchen?
- Nur gesundes Material.
- Nicht zu dick und nicht als nassen Klumpen aufschichten.
- Keine Unkräuter mit Samen oder Wurzelunkräuter wie Giersch oder Ackerschachtelhalm
Wie pflegt man Stauden im Herbst?
- Gar nicht. Die meisten Stauden dürfen stehen bleiben.
- Rückschnitt erst vor dem neuen Austrieb im Frühjahr.
- Kleine Tiere überwintern in und an den Stängeln.
- Samenstände bieten Nahrung für Vögel.
- Trockene Pflanzenteile schützen die Pflanze vor Frost.
- Und mit Raureif sehen sie oft richtig schön aus (Sonnenhut, Fetthenne oder Astern).
Welche Pflege brauchen Rosen?
- Kein Herbstschnitt.
- Nur sehr lange Triebe etwas einkürzen, wenn sie bei Wind Schaden nehmen könnten.
- Befallene Blätter (z.B. Sternrußtau oder Rost) entfernen.
- Auch abgefallene kranke Blätter unter den Pflanzen aufsammeln.
- Im November anhäufeln, um die Veredelungsstelle zu schützen (nicht bei wurzelechten Rosen)
Was gilt bei (Obst-)Gehölzen?
- Nicht pauschal schneiden, nur weil Herbst ist.
- Weg müssen kranke Blätter, Triebe und Früchte.
- Bedeutet z.B. Apfelschorf-Laub entfernen.
- Vertrocknete Früchte am Baum, sogenannte Fruchtmumien, abnehmen und ab in die Biotonne.
- Solches Material kann Krankheitserreger über den Winter tragen.
- Wichtig für Anfänger: Braunes Laub heißt im Herbst nicht automatisch krank.
- Verdächtig sind eher: Flecken, Beläge, Pusteln, ungewöhnlich früher starker Blattfall.
- Im Zweifel erst bestimmen, bevor alles entsorgt wird.
Welche Pflanzen brauchen Winterschutz und wie schützt man sie richtig?
- Frisch gepflanzte bzw. empfindliche Pflanzen.
- z. B. Feigen, Artischocken.
- Wurzelbereich mulchen.
- Obenrum luftdurchlässig schützen, z.B. Jute oder Gärtnervlies.
- Keine Plastikfolie rund um die Pflanzen, darunter kann sich Feuchtigkeit sammeln
- Kann Fäulnis und Pilzprobleme fördern.
Was ist bei Kübelpflanzen wichtig?
- Nicht winterharte Kübelpflanzen vor dem ersten Frost ins Winterquartier.
- Faustregel für die meisten Kübelpflanzen: reinholen, wenn nachts häufiger unter 5-8 Grad.
- Auch eigentlich winterharte Pflanzen im Kübel schützen.
- Im Topf sind Wurzeln Frost stärker ausgesetzt als im Beet.
- Kübel geschützt auf eine isolierende Unterlage stellen (Holz, Styropor).
- Gefäß bei Bedarf ummanteln.
- Immergrüne Kübelpflanzen an frostfreien Tagen gelegentlich gießen (Verdunstung).
Ist der faule Gärtner im Herbst der bessere Gärtner?
- An manchen Stellen tatsächlich.
- Stauden stehen lassen. Laub sinnvoll verteilen. Totholz und ruhige Ecken dulden. Nicht jeden Quadratmeter blank harken.
- Aber: ist strategische Faulheit.
- Krankes raus.
- Empfindliches schützen.
- Rutschige Wege freihalten.
- Ein guter Herbstgärtner liegt nicht komplett auf dem Sofa.
- Aber vielleicht ein bisschen früher.
Wo darf man sich beim Herbstputz richtig austoben?
Bei den Gartengeräten!
Erde und Pflanzenreste mit Seifenwasser und Topfkratzer entfernen.
Auf Schäden kontrollieren.
Schrauben nachziehen.
Stumpfe Schneiden schärfen.
Rostige Geräte mit Stahlwolle oder Schleifpapier von Rost befreien. Nach dem Trocknen einölen.
Holzstiele mit feuchtem Lappen reinigen. Raue Stellen mit Schleifschwamm glätten. Nach dem Trocknen einölen.
Gartenscheren besonders sorgfältig reinigen wegen Krankheitserregern.
Grundstoff Essig ist auch zur Desinfektion von Garten-Schneidewerkzeugen genehmigt.
Gebrauchsanweisung beachten.
Elektrische und motorgetriebene Werkzeuge nach Gebrauchsanleitung warten.
Gartenschläuche, Gießgeräte und frostempfindliches Zubehör ebenfalls kontrollieren und frostsicher verstauen.
Außenwasserhähne nicht vergessen.
Dann ist wenigstens eine Ecke im Garten blitzblank.
3 Tipps
- Gesundes darf bleiben.
- Krankes muss raus.
- Putzfimmel? Geh an die Gartengeräte!
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